Theater Kritiken

Der ganz und gar nicht normale Wahnsinn

Lexikon | MP | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

So hat man sich die Neufassung des berühmten Schwanks "Pension Schöller" von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby wohl nicht vorgestellt: zerdehnt, zerfasert und mit einer gewissen Nachdenklichkeit darüber, was eigentlich die Dinge sind, die uns zum Lachen bringen. In dreieinhalb Stunden kommt aber auch viel Klamauk unter. Plot des 1890 uraufgeführten Lustspiels: Der Provinzler Klapproth (Roland Koch) will eine Irrenanstalt von innen sehen. Sein Neffe Alfred (am Rande des Herzinfarkts: Tino Hillebrand) und dessen Freund Kissling (ein schelmischer Martin Vischer) führen ihn in eine Berliner Familienpension mit "normal" neurotischen Gästen. Diese - darunter eine schrullige Christiane von Poelnitz - sind hier derart überkandidelt gezeichnet, dass man gut versteht, wenn der selbst ziemlich irre Klapproth sie nicht für voll nimmt.

Burgtheater, So 18.00


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