Landrand Ruralismus

50.000 mehr, was tut das schon, bitte sehr?

LANDLEBEN | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Zum fünften Mal ist Pöllau berg heuer schönstes steirisches Dorf geworden. Also Blumendorf, aber auch sonst ist es schmuck. Naturpark, Gärten, Kirche. Bauer S. fände es allerdings noch hübscher, könnte er seinen Hof ein wenig vergrößern, 30.000 Legehennen sind ja nicht viel. Man reichte zwei Projekte ein: eines, mit dem der Altbauer aufstockt. Ein zweites, 300 Meter daneben, mit dem der 18-jährige Jungbauer neu beginnt. Knapp 50.000 neue Hühner. Die Betriebe, so der Ersteinreicher, hätten nichts miteinander zu tun.

Wenn er's sagt, wird's so sein, meinte das Land: keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Doch Gemeinde, Touristiker, Steirerinnen gegen Tierfabriken liefen Sturm. Jetzt hob das Bundesverwaltungsgericht den Bescheid auf. Das Land habe "unzureichend" ermittelt, auch das Luftgutachten genüge nicht.

Das ist das vierte Mal, dass das BVwG dem Land einen Bescheid wegen schleißiger Erhebungen zurückschmeißt. Symptomatisch, denn Agrarpolitiker, Kammer und meist auch Bürgermeister kümmern sich vorwiegend um die großen und immer noch größeren Bauern. Nur langsam sickert nach oben, dass es vielerorts einfach reicht. F


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