Ahoi, Aladin!

Das Festival Ahoi! Pop präsentiert in Linz musikalisch Anspruchsvolles. Auch ein Märchen ist dabei

Lexikon | Maria Motter | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Berlin macht die Menschen faul, gab Joel Gibb dem deutschen Hauptstadtmagazin Zitty zu Protokoll. Der Kanadier und Mastermind der Band The Hidden Cameras muss es wissen. Er zog vor neun Jahren nach Berlin und kehrte erst vor einigen Monaten in sein Heimatland zurück. Es würde jungen Menschen viel zu einfach gemacht werden, ins Nachtleben einzutauchen. Das kann einem in den Landeshauptstädten hierzulande nicht so leicht passieren. Umso größer ist die Vorfreude auf Musikfestivals wie das Ahoi! Pop!

Der Auftritt der Hidden Cameras ist dabei eine Höhepunkt. Mit ihren melodiösen, sich oft zu Hymnen steigernden Songs verbreiten sie bei jedem ihrer Konzerte Glanz und eine wunderschöne Stimmung. Konzerte der Hidden Cameras machen im Nu glücklich.

Dasselbe lässt sich über Adam Greens Auftritte sagen, wenngleich es dabei explizit lustig zugehen darf. Green hat sich für sein jüngstes Album ein größeres Projekt vorgenommen: Mit "Aladdin" erzählt der New Yorker Musiker seine Interpretation des Märchens "Aladin und die Wunderlampe". Er hat einen Film gedreht und auf jedes Detail bei den Kostümen und der Animation geachtet.

Das Werk steht mittlerweile komplett auf Youtube und ist sogar mit deutschen Untertiteln versehen.

Es ist eine schräge Do-it-yourself-Trash-Welt, doch wenn einem an einem Regentag gerade langweilig sein sollte: "Hey, let's listen to another song and drink another beer!" Der Film "Aladdin" ist eine gute Einstimmung auf Greens Konzert im Posthof, auf das noch am selben Abend ein Konzert von Jamie Lidell mit The Royal Pharaohs folgen wird. Trommelwirbel für den 4.11., 20.00!

Jamie Lidell hat wie The Hidden Cameras ein neues Album ("Home on Native Land"):"Building a Beginning" ist in bewährter Soul-andmix-it-all-Manier gebaut und ein angenehmer Soundtrack für Herbst-Wochenenden.

Deutschsprachiger Rap kommt mit OK Kid, Karate Andi und eRRdeKa auf die Bühne, während Alex The Flipper seine Beats laut eigenen Angaben schon in seinem Linzer Jugendzimmer produziert hat und seit geraumer Zeit öffentlich macht.

Am dritten Tag des Festivals wird schließlich eine Frau an prominenter Stelle zu hören und zu sehen sein: Avec hat im September ihr Debüt "What if We Never Forget" veröffentlicht und kann damit aus dem Vollen schöpfen. Sie präsentiert gesungene Geschichten mit Gitarre, Schlagzeug und Bass. Ezra Furman und Sophia spielen ebenso. Ahoi!

Linz, Posthof, 3. bis 5.11., 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige