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IT-Kolumne

MEDIEN | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Diese Zeilen schreibe ich Ihnen auf meinem iPhone, während ich in der New Yorker U-Bahn stehe. Das hat natürlich nichts, aber auch wirklich kein bisschen damit zu tun, dass ich den Text aufgrund der Zeitverschiebung früher als sonst abgeben muss, und zwar jetzt ziemlich bald. Nein, ich versuche nur nicht aufzufallen und zu tun, was alle hier machen. Die Schülerin mir gegenüber hat sogar ein tragbares Ladegerät dabei. Als sie aussteigt, tippt sie ihrer Freundin, die vollverstoppelt hinter ihr sitzt, zum Abschied auf den Kopf. Lässig, so nonverbal und doch herzlich.

Oft sehe ich Mütter oder Väter mit ihren Kindern reisen. Die Eltern tragen Kopfhörer und werken am Smartphone herum, während der Nachwuchs mehr oder weniger interessiert in die Gegend stiert. Ich habe gerade keine Kinder und will nicht über Kommunikationsgewohnheiten anderer Familien urteilen. Vielleicht sind diese Kinder ja besonders langweilige Gesprächspartner. Trotzdem: Ist das nicht verkehrt? Ich dachte nämlich immer, zugestopfte Ohren seien ein Zeichen jugendlicher Rebellion.


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