"Der Bachelor wird das sein, was die Matura einmal war"

Bildung ist keine Garantie mehr für sozialen Aufstieg. Sondern die Mindestvoraussetzung. Wissenschaftsforscherin Ulrike Felt über unsere Gesellschaft, die auseinanderzudriften droht

STADTLEBEN | INTERVIEW: BARBARA TÓTH FOTO: HERIBERT CORN | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Ulrike Felt kommt gerade aus den Vereinigten Staaten, wo ihr Sohn studiert. In der Stadt Charlotte im Bundesstaates North Carolina war es im Spätherbst zu schweren Unruhen zwischen der Polizei und Schwarzen gekommen. Felt forscht eigentlich darüber, was Wissenschaft für eine Gesellschaft bewegen kann. Aber weil sich die großen Fragen der Menschheit nie isoliert beantworten lassen, sprechen wir auch über die Folgen der Fluchtbewegungen aus dem Nahen Osten und über Feminismus.

Falter: Muss, wer heute Wissenschaftler werden möchte, mobil sein, vernetzt, ein Präsentationsgenie, ein Karrierestratege, am besten kinderlos und männlich, mit einem Satz: Muss er eine perfekte Science-Ich-AG sein?

Ulrike Felt: Vielleicht, ein wenig. Die Anforderungen an junge Menschen sind sehr hoch und der Wettbewerb ist sicherlich härter geworden. Aber auch die Möglichkeiten sind größer. Seit den 1990er-Jahren gibt es mehr Förderungen für Doktoranden, etwa über Forschungsprojekte. Das erleichtert den


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