Theater Kritiken

Schicksal schauen mit Compagnie Luna

Valerie Kattenfeld | Lexikon | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Das ist, als würde der Seidl den Haneke vergewaltigen und dabei kommt dieses Monster raus", so eine der Zuschauerinnen zu "Nachrichten aus dem Schleudersitz" von Josef Maria Krasanovsky und Compagnie Luna. Die Produktion basiert auf Interviews mit Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben: Spielsüchtige, Obdachlose, Kriminelle und Menschen mit besonderen sexuellen Bedürfnissen. Statt eines empathischen Umgangs mit ihnen kommt es leider zu einer lieblosen Materialschlacht; mit vollem Körpereinsatz beschmieren sich die Schauspieler mit Blut, tätscheln sich das Geschlecht und würgen sich mit dem Mikrokabel. Alles zielt auf Skandal und Provokation ab, die Menschen dahinter bleiben einem fremd.

Kosmos Theater, Fr, Sa 20.00

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FALTER 11/19
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