Buch der Stunde

Ein verkommener Hallodri und die guten, alten Werte

Feuilleton | Dominika Meindl | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Die Beziehung zu den Geschwistern ist die längste des Lebens. Arm, wer einen Bruder wie Leo Plumb im Genick hat! Der ist zwar schillernd, attraktiv und geschäftstüchtig, aber auch ein verkommener Hallodri. Cynthia D'Aprix Sweeneys Debütroman beginnt mit der Schilderung seines größten Missgriffs. Betrunken, high und geil verursacht er einen Unfall, bei dem die von ihm verführte Frau einen Fuß verliert.

"Das Nest" ist ein Codewort für den Familienfonds der Plumbs: Vater Plumb erkannte früh die mangelnde emotionale Reife seiner Kinder und gewährt ihnen deshalb erst am 40. Geburtstag seines Jüngsten Zugriff auf das Geld. Nun aber fressen Leos Scheidung, Entzug und Entschädigung den Großteil des Erbes auf. Jack, Bea und Melody haben so fix mit der finanziellen Erlösung gerechnet, dass sie ihre Existenzen bedroht sehen. Antiquitätenhändler Jack hat heimlich den Alterssitz seines Mannes verpfändet. Die früh verblühte Glucke Melody fürchtet um ihr Haus und das Elite-College


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