Die Glosse vom Falter

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Falter & Meinung | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Innenminister Wolfgang Sobotka hat ein Problem mit vergifteten Zeugnissen der Vergangenheit. Obwohl der "Führer" noch ein Baby war, als er sich in einem Haus im oberösterreichischen Städtchen Braunau aufhielt, wollte Sobotka das Gebäude kurzerhand abreißen lassen, damit es nicht als braune Kultstätte missbraucht werden kann.

In Berlin hat nun ein privater Museumsverein jenes Arbeitszimmer im "Führerbunker" nachgebaut, in dem sich der Diktator 1945 das Leben nahm. An der Wand hängt ein Bild Friedrichs II., auf dem Schreibtisch steht eine Schäferhundfigurine. Die einen wollen die Gespenster der Vergangenheit zerstören, die anderen wünschen sie sich möglichst authentisch.

Sobotka könnte vom Berliner Beispiel lernen und Adolfs Krabbelstube rekonstruieren. Was für Brei hat er gegessen, mit welchen Puppen gespielt? Hat Adi Käfer gequält, wurde er nicht zeitgerecht gestillt? Hitlers späterer Redestil lässt auf eine Vergangenheit als Schreikind schließen.


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