Die Stehaufmanderln

Lachen auf Englisch: Wien entwickelt sich zu einem Zentrum der Stand-up-Comedy. Auch Witze über Katzen und die tote Schwester sind nicht tabu

Feuilleton | Szeneporträt: Martin Pesl | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Als der Comedian Reginald Barris vor drei Jahren aus den USA nach Wien zog, stellte er fest, dass es "keine Shows" gab, "and it fucking sucked". Gemeint waren Comedy-Shows. Stand-up-Comedy, wie er sie von daheim kannte - aus Philadelphia, New York und Washington, D.C. - und von Youtube.

Gerade einmal ein "Open Mic" auf Englisch konnte er ausfindig machen, in der australischen Roo Bar in der Inneren Stadt. Wer sich traute, durfte dort fünf bis zehn Minuten Programm machen und Lacher zählen. Dann musste er einen Monat warten, bis er wieder eine Gelegenheit bekam.

Seit diesem Sommer sieht die Szene englischsprachigen Humors in Wien plötzlich anders aus: Barris tritt im Monat bei etwa 20 Shows auf und moderiert die "Wombar Comedy Night" im Wombat-Hostel und "Lassa's Comedy Showcase" im Café Lassa mit ausgewählten Talenten. Jedes Mal punktet er mit einer überraschenden Information: "Ich bin ein Schwarzer."

Dem imposanten Mann mit blauen Augen und blondem Dreadlock-Irokesen will man das nicht


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