Straches Dschihad

Warum reden die Freiheitlichen so gerne vom Krieg? Weil sie sich selbst als Krieger für das Abendland sehen


Analyse: Nina Horaczek

Politik | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Wer verstehen will, wieso Heinz-Christian Strache zum Nationalfeiertag eine Strophe einer Hymne des deutschnationalen Dichters Ottokar Kernstock postet, eines Liedes, in dem auch "Deutschösterreich" besungen wird, wieso er am Tag vor dem Nationalfeiertag den Bürgerkrieg wittert, der muss nur wissen, wo Strache in die Schule ging.

Der heutige FPÖ-Chef wurde im Auftrag seiner Partei zwei Jahre lang von Andreas Mölzer in Privatstunden unterrichtet. Bezahlt hat das die Wiener FPÖ, die Strache damit fit für den blauen Chefsessel machen wollte. Kein Wunder, dass Strache sich selbst im friedlichen Wien vor dem Bürgerkrieg fürchtet. Denn FP-Langzeitpolitiker Mölzer ist Experte für derartige Katastrophen. Er sagte einen Bürgerkrieg in Österreich schon voraus, da übte Strache noch mit seinen rechtsextremen Freunden im Kärntner Unterholz mit Farbpatronen den Nahkampf. Schon in den 1990er-Jahren erklärte Mölzer, in Österreich habe "der kalte Bürgerkrieg längst begonnen". Schuld waren

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