7 Sachen, die Sie über WIENS STRASSENNAMEN nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Wie ich höre, wird jetzt irgendein Platz in Wien nach Udo Jürgens benannt. Das freut mich sehr, ich war immer ein Fan von ihm.

Sehr schön. Tatsächlich wird Jürgens 2017 irgendwo nahe der Stadthalle einen Park, eine Gasse oder einen Platz zugesprochen bekommen.

Wie kommt dann zum Beispiel der Vogelweidplatz dazu, dass er umbenannt wird?

Ja, eh. Andererseits ist der namensgebende Walther von der Vogelweide seit fast 800 Jahren tot. Und ihm bliebe ja immer noch der Vogelweidpark.

Wie kommen Plätze und Gassen in Wien überhaupt zu ihren Namen?

Die meisten sind natürlich historisch. Heute werden Straßen vor allem nach Persönlichkeiten benannt, die seit mehr als einem Jahr tot sind.

Das sind fast immer Männer, oder?

Das ist leider wahr. 2015 waren nur 356 von 4269 nach Personen benannten Flächen nach Frauen benannt. Das möchte man ändern. In der Seestadt Aspern zum Beispiel heißen nun fast alle Straßen und Parks nach Frauen.

Und manchmal muss was umbenannt werden, oder?

Je nach dem sich entwickelnden Geschichtsverständnis ist das oft angebracht. Zum Beispiel heißt der Dr.-Karl-Lueger-Ring (benannt nach dem antisemitischen Bürgermeister) seit 2012 Universitätsring.

Wer entscheidet das?

Vorschläge kann jeder bei der Bezirksvorstehung einreichen. Der Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft entscheidet dann. Cool.

Und nach wem ist die Straße benannt, in der ich wohne?

Auf wien.gv.at gibt es ein Lexikon, das alle Straßennamen erklärt.


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