Das Vergnügen langer Nächte

In der Langen Nacht der Bühnen werden sowohl Theaterstücke als auch Konzerte und Kabarett geboten

Lexikon | MARIA MOTTER | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Dass einen Lange Nächte auch kurzzeitig überfordern können, ist Teil des Vergnügens und des Konzepts: Alle Stationen zu besuchen, das wird man nicht schaffen. Es braucht Entscheidungen, was man sehen will, und Disziplin, am Plan festzuhalten, wenn man Freunde und Bekannte mit anderen Zielorten trifft.

Die Lange Nacht der Bühnen in Linz wird an 28 Spielstätten stattfinden. Die Kulturinstitutionen und Theaterhäuser zeigen 119 Veranstaltungen. Das Kinderprogramm startet am frühen Nachmittag mit Fünf-Minuten-Märchen im Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel, wo auch das Linzer Puppentheater zu finden ist und "Seppy und das goldene Buch" gespielt wird.

Das Theater Maestro zeigt "Das Dschungelbuch","Aladin" und "Don Quichote" als Tanzstücke. Mit George Orwells "Farm der Tiere" kommt ein weiterer Klassiker ins Landestheater und wird speziell für ein jugendliches Publikum aufbereitet.

Diese Lange Nacht voll Theater, Performance, Kabarett und Konzerten wird dann in den Redoutensälen unter Mitwirkung des Opernstudios am Landestheater Linz eröffnet, das seit Jahresbeginn besteht. Gesangsstudierenden der Anton Bruckner Privatuniversität soll mit dem Opernstudio unter der Leitung des Regisseurs Gregor Horres der Einstieg in Soloengagements erleichtert werden.

Eine Empfehlung ist das Hörtheater im Oberösterreichischen Literaturhaus: Käthe Recheis' 1987 erschienener Roman "Lena -Unser Dorf und der Krieg" bringt dem Publikum die Zeit des Nationalsozialismus nahe.

"Wie ein Mosaik aus meinen Erinnerungen und jenen meiner Familie und Freunde" ist das Buch entstanden, schrieb die oberösterreichische Autorin darüber. Damit wende sie sich gegen "jede Art von Unterdrückung und Diktatur". Käthe Recheis ist im Vorjahr verstorben.

Am Landestheater Linz ist "paradies hunger" des gebürtigen Steyrers Thomas Köck zu sehen. Es ist der erste Teil seiner "Klimatrilogie", für den er 2016 den Kleist-Förderpreis, die wichtigste Auszeichnung für junge, deutschsprachige Dramatiker, erhalten hat: Drei Menschen hungern nach Kommunikation, Zwischenmenschlichkeit und Unmittelbarkeit -eine ist in einer Beziehungskrise, der andere im Kampf mit einer anonymen Nachbarschaft, die dritte Kriegsreporterin.

Von anderen Herausforderungen handelt das Kabarett "Daddies - Schief gewickelt": Joachim Rathke und Martin Dreiling nehmen sich in ihrem Programm als Franz und Ferdinand der Vaterschaft an.

Linz, viele Orte, 5.11., 15.00 Kinderprogramm, ab 18.00 Lange Nacht, langenachtderbuehnen.at


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