" Der Zug mit der Wohlfühlliteratur ist abgefahren"

Mit ihrem soeben erschienenen zweiten Roman "FanniPold" bestätigt Karin Peschka ihren Ruf als beste Spätstarterin der heimischen Literatur


Porträt: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Karin Peschka ist die vielleicht aufregendste, ganz sicher aber unwahrscheinlichste und effektivste literarische Newcomerin der letzten Jahre. Als die damals 45-jährige Eferdingerin im Februar 2013 beim Literaturwettbewerb Wartholz aus ihrem eben erst begonnenen Debütroman vorlas, war sie ein unbeschriebenes Blatt und gewann prompt den Preis. "Deswegen war es ein bissl blöd, als die Verlage kamen und fragten: ,Können wir mehr lesen?', weil ich mit ,Nein, leider nicht' antworten musste", erinnert sich Peschka.

Die ersten zwei Kapitel aus dem "Watschenmann" brachten die erste Auszeichnung. Nachdem der Roman im Herbst 2014 erschienen war, trug er der Debütantin auch den Literaturpreis Floriana und im Jahr darauf den Literaturpreis Alpha ein. Keine schlechte Ausbeute.

Dabei ist Peschka von Herkunft und Habitus genau das Gegenteil eines Shootingstars. Die Wahrscheinlichkeit, dass man die studierte Sozialarbeiterin bittet, sich für ein Coverfoto in ein Dirndl zu zwängen und an wiederkäuende

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