Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Pop

Original Cast Recording: Lazarus

Das David-Bowie-Musical "Lazarus" - es feierte 2015 noch vor dem Tod des Sängers Premiere - greift die Geschichte des Films "The Man Who Fell to Earth" von 1976 auf, erzählt mit Bowie-Songs. Die Frage ist interessant: Gewinnt die Kunstform "Musical", wenn der Meister seine Finger im Spiel hat? Oder aber werden seine Lieder dadurch banalisiert und verkitscht? Die Aufnahme gibt eine bedrückend klare Antwort. Auch drei als Bonus mitgelieferte späte Bowie-Studio-Outtakes können da nichts retten. (Sony Music) GS

Jazz

Andrew Cyrille Quartet: The Declaration of

Die musikalische Unabhängigkeitserklärung hat der US-Drummer, der dieser Tage seinen 77. Geburtstag begeht, im Grunde genommen schon vor Jahrzehnten abgegeben, etwa als Mitglied diverser Bands von Cecil Taylor. Hier tut er es wie so oft abseits bündigen Metrums, aber auch jenseits ekstatischer Energetik in fast futuristisch anmutendem Kontext, durchzogen und -pulst von Synthi-Schlieren (Richard Teitelbaum) und Gitarrenriffs (Bill Frisell) voll elegisch-gespenstischen Anspielungen, quasi: Jazz für Hauntologen. (ECM) KN

Klassik

Pacific Quartet Vienna: Werden. Sein. Vergehen

Das an der Wiener Musikuniversität gegründete und international erfolgreiche Streichquartett gibt es schon seit 2006. Nun ist das Debütalbum erschienen, das zu einer Reise durch verschiedene Räume und Epochen lädt: Rund um Haydns Streichquartett op. 20/4 erklingen Anton Weberns geniale Streichquartett-Miniaturen, die Sechs Bagatellen op. 9, ein Prélude von Toshiro Mayuzumi sowie Martin Derungs expressionistisch angehauchtes Triptych, dessen Widmungsträger die Interpreten selbst sind. (Gramola) MDA


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