TEIL VII: CHRISTA SCHLEPER

Als hätte man die Elefanten übersehen!

Die Mikrobiologin Christa Schleper über blinde Flecken in der Wissenschaft, die Verwandtschaft des Menschen zum Pesterreger und warum nach Spitzbergen fahren muss, wer die Evolution verstehen will

Interview: Eva Konzett | Stadtleben | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Früher benannte Christa Schleper ihre Proben nach deutschen Umweltministern "Angela Merkel", "Jürgen Trittin", "Sigmar Gabriel". Seit sie in Wien forscht, stehen andere als Namensgeber für die Mikroorganismen. Die aktuellen Proben hat Schlepers Mitarbeiter mit "Gunnar" und "Nelson" nach einem isländischen Kampfsport-Star benannt. "Sie kommen aus der Tiefsee", sagt die Mikrobiologin und zeigt auf die beiden Metallröhrchen mit Millionen von Archaea, dem mit freien Auge unsichtbaren Forschungsgegenstand. "Gunnar" und "Nelson" sollen helfen, ein großes Rätsel der Evolution zu lösen.

Falter: Frau Professor Schleper, wir leben in einer Welt, die gefühlt immer rasanter wird, die dem Einzelnen immer mehr Geschwindigkeit abfordert, und Sie beschäftigen sich mit Einzellern, die älter als drei Milliarden Jahre sind. Warum?

Christa Schleper: Wollen Sie die ehrliche Antwort? Ursprünglich fand ich es einfach nur spannend, an ungewöhnliche Orte der Welt zu reisen. Die Einzeller, von denen Sie

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