Kolumne Außenpolitik

Trumpismus ist der Faschismus unserer Zeit


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

In den USA hat es keinen Flüchtlingsstrom gegeben. Anders als bei den Europäern gibt es kein fernes Brüssel, von dem man behaupten kann, dass es die Amerikaner quält. Trotzdem ist Amerika mit Donald Trump zur Vorhut eines globalen politischen Trends geworden. Der Kandidat, eigentlich Vertreter der Partei des konservativen Establishments, weigert sich sogar, den Wahlvorgang selbst als demokratisch zu akzeptieren. Falls er verliert. Er verspricht die Konkurrentin einzusperren. Allein die eigene Fangemeinde ist für ihn das Volk.

Trumpismus ist der Faschismus unserer Zeit. Latent gewaltbereit, aber noch ohne die rechtsradikalen Schlägertruppen des früheren Jahrhunderts. Das Sammelsurium von Nationalismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Hass hat es auch früher gegeben. Die Bedeutung Trumps kommt von der erfolgreichen Übernahme der Republikaner durch den schillernden Demagogen. Eine warnende Botschaft an Mitte-rechts-Parteien auch in Europa, die glauben, dass sie durch ein Bündnis

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