Populismus ist nicht böse, nur notwendig

Wenn sich die Sozialdemokratie halten will, muss sie rechte Begriffe wie Volk, Nation und Identität zurückerobern


Kommentar: Barbara Tóth
Falter & Meinung | aus FALTER 44/16 vom 02.11.2016

Die Sozialdemokratie und der Populismus, das ist eine schwierige Beziehung. Politik von unten machen, dem Volk auf den Mund schauen, fällt den Roten schwer. Aber wagt sie es nicht, das zu ändern, stellt die FPÖ den nächsten Kanzler.

"Ich muss so sein, wie es mein Volk von mir verlangt", verkündete FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in seiner Rede zur Lage der Nation. Von "meinem Volk" sprechen auch Ungarns Viktor Orbán und Russlands Wladimir Putin gerne. Sie sind schon an der Macht, Strache nennt sich derweil "Bürgerkanzler". Ein Rechtspopulist, der sich als Kanzler der Herzen inszeniert, als wahrer, eigentlicher Träger des Volkswillens. Regierende, die von ihm als "Schickeria" diffamiert werden, die es zu stürzen gilt, bis hin zu Bürgerkriegsfantasien: das ist alles andere als ein österreichisches Phänomen.

Es findet sich in der Rhetorik der Rechtspopulisten in ganz Europa wieder. Längst haben die Straches, Le Pens, Orbáns und Petrys ein gemeinsames Drehbuch für den Umsturz

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