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Vom gefährlichen Beruf des Schreibens

Vorschau: Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Von 2006 bis 2015 wurde im Schnitt alle fünf Tage irgendwo auf der Welt eine Journalistin oder ein Journalist ermordet, allein im Vorjahr gab es 115 Opfer. Nicht einmal jeder zehnte Todesfall wurde aufgeklärt. Die Zahlen stammen aus dem Bericht "Sicherheit von Journalisten und die Gefahr der Straflosigkeit", den die Unesco vergangene Woche veröffentlichte. Besonders gefährdet sind demnach Reporter in arabischen Ländern. Regelmäßig werden dort kritische Berichterstatter gefoltert, entführt oder willkürlich verhaftet.

Der österreichische PEN-Club setzt sich mit Diplomatie und Kampagnen für Schriftsteller, Verleger, Redakteure, Illustratoren und Journalisten ein, die in ihren Ländern um Leben und Freiheit fürchten müssen, weil sie ihre Meinung äußern. Zum "Writers in Prison Day" hat die österreichische Schriftstellervereinigung den Menschenrechtsexperten Manfred Nowak und den katarischen Dichter Mohammed Ibn al-Dheeb al-Ajami eingeladen, um über die Situation von verfolgten Schreibern aufmerksam zu machen.

Mohammed Ibn al-Dheeb al-Ajami saß vier Jahre im Gefängnis. Sein Vergehen: Der Vortrag seines kritischen Gedichtes "Tunesischer Jasmin" 2010 in Kairo wurde gefilmt und auf Youtube gestellt. Der Emir fühlte sich bedroht und ließ ihn am 16. November 2011 auf der Rückreise nach Katar verhaften. Der Dichter bekam lebenslänglich. Heuer im März wurde er aus dem Zentralgefängnis nahe der katarischen Hauptstadt Doha entlassen. Der Emir von Katar hatte ihn aufgrund von internationalem Druck ohne Auflagen begnadigt.

Writers in Prison Day, 15.11., 19 Uhr, 1., Schönlaterngasse 9


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