Theater Kritiken

Ö-Norm Kannibalismus: harte Zeiten, raue Sitten

Veronika Krenn | Lexikon | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Ein Hauch von Wildheit umflort die Gegenwart. "Häuptling Abendwind" wird zum österreichischen Nationalepos, im Fernsehstudio diskutiert man die Wiedereinführung des Kannibalismus: Eine Politik von Fressen oder Gefressenwerden ist en vogue. Hubsi Kramars schrille Inszenierung von Nestroys letztem Stück wird live gesendet, er selbst kalauert den titelgebenden Häuptling des Stammes der Groß-Luluer. Dieser kredenzt beim Staatsbesuch von Häuptling Biberhahn dessen Sohn als Festmahl, den der Sturm als Schiffbrüchigen angeschwemmt hat. Die Jugend, Abendwinds Tochter, befragt die Tradition: "Warum werden die Fremden gefressen, die zu uns kommen, wenn wir aussterben?" Witzige Ideen, deren weniger wohl mehr wäre.

Theater Akzent, Fr 19.30


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