Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Yvonne Catterfield zog die Arschkarte. Sie sitzt heuer zum ersten Mal in der Jury von "The Voice of Germany" (Sat. 1 und ProSieben) und wird von ihren männlichen Kollegen etwas herablassend behandelt. Die Ursache dafür dürfte darin liegen, dass sie eine solide Musikausbildung hat, was dem Do-it-yourself-Ethos der Popmusik widerspricht. Auch steht sie dem verpönten Genre Musical positiv gegenüber, was jenen missfällt, die Hip-Hop und Rock für die authentischeren Ausdrucksformen halten.

Die Show gilt zu Recht als beste Musiksendung im deutschsprachigen Fernsehen. Hier treten Underdogs aus Probekellern und Halbprofis auf, die ihr Geld auf Firmenfeiern verdienen. Die Jury begegnet den Musikern und Musikerinnen ohne den in Castingshows üblichen Spott. Gerade Yvonne Catterfield findet häufig die richtigen Worte und wirkt auch dadurch sympathisch, dass sie Zweifel an ihren Urteilen äußert. Wer wie sie 13 Jahre im deutschen Schlager und in RTL-Seifenopern überstanden hat, ohne zum seelischen Wrack zu werden, hat etwas mehr Respekt verdient.


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