"Erdog an ist ein ehrlicher Mann"

Seyran Ateş ist eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen Deutschlands. Nun will sie Imamin werden


Interview: Nina Brnada

Politik | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Sie fordert vom Westen mehr Ernsthaftigkeit im Umgang mit der Türkei, ein Unterrichtsfach "Multikulturelle Gesellschaft" an europäischen Schulen und mehr Youtube-Auftritte liberaler Muslime. Ein Gespräch mit der deutschen Anwältin Seyran Ateş.

Falter: Frau Ateş, blicken wir zunächst auf die Türkei: Was soll der Westen angesichts der Verhaftungen von Oppositionellen und Journalisten in der Türkei tun?

Seyran Ateş: Zunächst müssen Politiker schärfere Worte finden, wenn der Rechtsstaat in der Türkei abgeschafft wird. Dann muss man die Frage des EU-Beitritts der Türkei ernsthaft angehen. Das bedeutet nicht, die Tür zuzuschlagen, sondern das Kapitel der Rechtsstaatlichkeit zu eröffnen. Und dann ist da noch die Frage des Flüchtlingspakts mit der Türkei. Europa muss selbst die Flüchtlingsfrage klären, denn es hat sie auch durch eigene geostrategische Interessen und die Rüstungsindustrie mitverursacht.

Ist das Gerede vom Ende der Demokratie in der Türkei gerechtfertigt?

Ateş:

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