Ein Haus für alle Zeiten

Das integrative Wohnprojekt Sargfabrik im Westen von Wien feiert seinen 20. Geburtstag mit Stefanie Sargnagel und Steckerlfisch


Reportage: Stefanie Panzenböck
Feuilleton | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Das Einzige, was noch an die alte Sargfabrik erinnert, sind der Schornstein und ein Sargdeckel. Der lehnt neben einem Tisch mit Wurst-und Käsesemmeln. "Eine Stärkung für den Rundgang?", fragt ein Mann und lächelt.

Freundliche Umgangsformen werden in der Sargfabrik groß geschrieben, sie sind die Grundlage für das integrative Wohnprojekt, das auf dem Gelände der ältesten Sargtischlerei der Donaumonarchie vor 20 Jahren gegründet wurde. Die Bewohner feiern ihr Jubiläum mit vielen Konzerten, Steckerlfisch und einer Lesung von Stefanie Sargnagel. Man tummelt sich auf den Balkonen, in der Bar gleich beim Eingang, im Seminarraum oder Konzertsaal.

Bis die Sargfabrik in der Goldschlagstraße 169 im Jahr 1996 tatsächlich bewohnbar wurde, war einiges zu tun. Die Geschichte beginnt Ende der 1980er-Jahre, als sich 30 Menschen zusammenfanden, die sich mehr wünschten, als nur an einem schönen Ort zu wohnen. Karin Kienzl-Blochberger und Ute Fragner waren von Anfang an Teil dieser Gruppe und wohnen

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