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Datenleak: Wie man den Porno-Richter erpresst

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Da ist der Richter, der erst online nach einer neuen Robe sucht und danach Sadomasopornos schaut. Oder der Polizist, der sich von Google Translate einen Polizeiakt ins Englische übersetzen lässt -und damit den sensiblen Akt in den Tiefen des Netzes verankert. Oder die Politikerin, die nach Medikamenten sucht.

Alles gesammelt auf einem Datenträger, den die Redaktion der ARD-Sendung "Panorama" durch eine beeindruckende Investigativrecherche in die Hände bekam. Eine Journalistin legte sich eine zweite Identität als Start-up-Mitarbeiterin zu und kam so an Datenhändler, die 58 Millionen deutsche Profile und Daten anboten, die lückenlos drei Jahre zurückreichten. Jeder Klick gespeichert. Einen Probedatensatz über das Surfverhalten von rund drei Millionen Deutschen über einen Monat wertete die Redaktion aus. Ein IT-Profi programmierte einen Algorithmus, der sensibelste Daten offenlegte. Die Redaktion hielt Material in Händen, mit dem sie den Richter, den Polizisten und die Politikerin erpressen hätte können.

Wie wurden die Daten gesammelt? Spionageprogramme zeichneten das Surfverhalten auf, sie wurden mit kostenlosen Zusatzprogrammen für Browser (Add-ons) heruntergeladen. Die Recherche im Netz: http://bit.ly/pornorichter


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