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Wie wird eigentlich Armut gemessen und was unterscheidet sie von Not?

Politik | Interview: Florian Klenk | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Es wird kalt in Wien. Die Caritas wird wieder ihr Kältetelefon aufdrehen, damit die Ärmsten nicht erfrieren. Wie steht es um die Armut in Österreich? Wie wird sie gemessen?

Falter: Herr Pesendorfer, wer ist in Österreich eigentlich arm?

Konrad Pesendorfer: In der EU hat man sich auf die recht breite Definition der sogenannten "Armuts-oder Ausgrenzungsgefährdung" geeinigt. Davon sind in Österreich etwas mehr als 1,5 Millionen Menschen betroffen. Wie misst man Armut überhaupt?

Pesendorfer: Armuts-oder Ausgrenzungsgefährdung misst man in drei verschiedenen Dimensionen. Erstens die Armutsgefährdung: Als armutsgefährdet gelten jene Haushalte, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens beträgt. Zweitens die materielle Deprivation: Das sind Haushalte, die es sich beispielweise nicht leisten können, unerwartete Ausgaben bezahlen zu können oder auf Urlaub zu fahren. Und drittens geringe Erwerbsbeteiligung: Das trifft auf Haushalte zu, die ihr Erwerbspotenzial nur zu 20


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