Stadtrand Urbanismus

Lang lebe die WG-Party

Stadtleben | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

WG-Partys bilden in gewissen Lebensabschnitten die Königsklasse urbaner gesellschaftlicher Ereignisse. Mitspieler: ein Haufen Menschen, der frei und wild sein will, aber schlechte Voraussetzungen für eine Nacht voller 7-Euro-Screwdriver in Bars mitbringt. Gesucht: eine Gruppe Irrer, die ihren Altbau nahe Gürtel dafür hergibt. Sodann werden die Spielerrollen vergeben. Zur Auswahl stehen: der Typ, der zur Begrüßung drei Schnaps trinkt und noch vor Mitternacht nach Speibe riecht; der Mitbewohner, der sich aufregt, wenn wer die Schuhe anlässt; die Frau, die über die Nacht verteilt einen halben Kilo Erdnussflips isst.

Der Typ, der immer fragt, ob er kurz ein Lied spielen darf, und das, wenn man ihn lässt, "Teenage Dirtbag" von Wheatus ist; der Typ, der mit Eiern wirft (oft derselbe); das Mädchen, das sich um drei einbildet, Gitarre spielen zu müssen; und die, die nach dem Kiffen einschläft (oft dieselbe). Und natürlich: die eine, die niemand je gesehen hat, und der Typ, der sagt, sie lesen zu können, ihr den Vornamen Vanessa, ein Pädagogikstudium und zwei große Brüder andichtet, und nichts davon stimmt.


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