"Borowski ist ein Pandabär"

1000 Teile "Tatort" - rechtzeitig zum Jubiläum legt der Philosoph Alfred Pfabigan einen Obduktionsbefund zur längstdienenden und beliebtesten deutschen TV-Serie vor


Gespräch: Klaus Nüchtern

Medien | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016


Foto: NDR / Meyerbroeker

Foto: NDR / Meyerbroeker

Am 13. November wird die 1000. Folge des „Tatort“ ausgestrahlt, und sie wird so heißen, wie die allererste, die am 29. November 1970 über die Schirme flimmerte: „Taxi nach Leipzig“. Viel Wasser ist seitdem die Pleiße, die Elbe, die Spree, den Rhein hinunter oder in den Bodensee geflossen. Derzeit ermitteln 22 Teams in 20 deutschen Städten, Wien und Luzern.

Um das Wesen der Doyenne unter den deutschen TV-Serien zu erkunden, geht der Sozialphilosoph Alfred Pfabigan in seinem Buch „Der Mord zum Sonntag“ weit zurück – buchstäblich bis zu Adam und Eva, deren Erstgeborener Kain bekanntlich den ersten Mord der Menschheit beging. Für Pfabigan „steht der Tod des Abel am Anfang der Suche nach einer sozialen Ordnung“, die sich dem „,Urwissen‘ von der Gefährdung, die der Bruder dem Bruder darstellt“, verdanke.

Die Einsicht, dass der Mensch des Menschen Wolf ist und dieser „Naturzustand“ durch einen „Sozialvertrag“ befriedet werden muss, liegt auch der absolutistischen Staatstheorie zugrunde, die der englische Philosoph Thomas Hobbes in seiner epochalen Schrift „Leviathan“ (1651) entwickelt hat. Hobbes’ pessimistischer Pragmatismus ist ein weiterer Referenzpunkt von Pfabigans „Tatortphilosophie“.

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