Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Einig im Missverstehen: Erdoğans Türkei und die EU

Falter & Meinung | Von Armin Thurnher | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Recep Tayyip Erdoğan hat es wieder getan. Die Gewerbeordnung vermochte es nicht, nicht die Mindestsicherung und die losen Zungen der Sobotkas und Doskozils. Nur er schafft es, die Spitzen Österreichs für einmal mit einer Zunge sprechen zu lassen. Wir verurteilen ihn, und zwar mit Recht. Er macht die Türkei zum Unrechtsstaat, indem er den Putsch gegen sich ausnutzt, um Oppositionelle einzusperren, Kritiker foltern zu lassen, Menschenrechte außer Kraft zu setzen.

Erdoğan ist der finstere Widersacher aller europäischen Kreuzritter, und nun hat er ihnen auch die Gnade gewährt, das Flüchtlingsabkommen der EU mit ihm zum Unrechtsabkommen zu machen, weil er selbst Unrecht tut. Das ist natürlich Unsinn, man kann auch mit finsteren Gesellen rechtlich korrekte Geschäfte machen. Das zeigt uns die freie Welt in einem fort. Aber jene Politiker, die Angela Merkel vorwerfen, ihre moralische Überlegenheit geltend zu machen, machen ihre eigene Überlegenheit nun umso entschlossener Erdoğan gegenüber


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