Film Festivaltipp

16 Kinderfilme in neun Tagen

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Sie bestehen aus Knetmasse, haben überproportional große Köpfe und Arme, die fast bis zum Boden reichen. Mit welch bemerkenswerter Präzision mit diesen Püppchen Emotionen auszudrücken sind, zeigt Claude Barras' "Mein Leben als Zucchini": Erstarrt in einer Mischung aus Sehnsucht und Ehrfurcht betrachten die sieben kindlichen Helden hier nicht etwa das neueste Spielzeug, sondern eine Mutter mit ihrem Kind. Sie alle sind von ihren Eltern misshandelt, vernachlässigt oder verlassen worden und leben gemeinsam in einem Heim. Der neunjährige Icare, Zucchini genannt, muss sich nach dem Tod seiner Mutter in dieser Gemeinschaft zurechtfinden und setzt sich mit seinen neuen Freunden für das Wohl der verwaisten Camille ein.

So unverblümt der Stop-Motion-Animationsfilm sein ernstes Thema behandelt, so liebe-und humorvoll erzählt er auch von Hoffnung und einer besseren Zukunft. Der Schweizer Oscar-Kandidat ist einer von 16 Kinderfilmen, die vom 12. bis 20. November im Rahmen des 28. Internationalen Kinderfilmfestivals in vier Wiener Kinos zu sehen sind. Das Programm umfasst Weihnachtliches und Fantastisches für die Kleinsten ("Das magische Weihnachten","Lehrer Frosch", "Der kleine Traktor Gratass") ebenso wie komplexere Werke für ältere Kinder ("Rauf","Alba","Fannys Reise").

Ein Schwerpunkt ist dem Thema "Wir sind Familie!" gewidmet: Ob der Bully zum neuen Stiefbruder wird ("Stark wie ein Löwe"), die Mutter eine lesbische Beziehung führt ("Rara"), der Vater gesucht wird ("Der stärkste Mann von Holland") oder die Trennung der Eltern verarbeitet werden will ("Tony 10"), stets steht die kindliche Perspektive im Mittelpunkt. Die Filme werden in der Originalfassung gezeigt, zu der die deutsche Übersetzung live eingesprochen wird.

Ab Sa im Votivkino, Cine Center, Metro und in der Urania


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