Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Cuvée aus dem Weinviertel

Eigenwillig, zärtlich und schön: Flora vom Michael Gindl

Stadtleben | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Wer Michael Gindl in Hohenruppersdorf im Weinviertel besucht, lernt einen Freigeist kennen. Einen, über den im Ort vielleicht mancher den Kopf schüttelt. Aus der konventionellen Wein-und Landwirtschaft der Eltern machte der 1983 Geborene einen Demeter-zertifizierten Betrieb. Und er fährt nicht mit dem Traktor durch die Weingärten, sondern pflügt mit dem Pferd. "Pferde lockern den Boden ganz anders auf als ein Traktor, das sieht und spürt man, wenn man den Wein trinkt." Neben dem Pferd gibt es auf Gindls Gut auch Hochlandrinder, Schafe, Ziegen -und Bussarde, die auch Gindls Wappen zieren. Die Greifvögel fühlen sich in den frei wuchernden Weingärten Gindls besonders wohl. Langsam nähert sich Gindl so dem biodynamischen Ideal einer geschlossenen Hofwirtschaft wieder an.

Das kann man auch schmecken: Stellen wir uns einen frühherbstlichblühenden Weingarten vor, mit Wildblumen und reifen Trauben. Zur Lesezeit von "Flora" schaut es genau so aus. Flora ist eine Cuvée aus Riesling, Sämling 88 und Gelbem Muskateller. Von Hand geerntet, schonend gepresst und spontan vergärt im Stahltank. Er duftet nach Ananas, Grapefruit und Pfefferminze, am Gaumen ist er leicht, frisch und blumig. Am Ende überrascht er mit einer grasigen, wundervollen, feinen Säuerlichkeit. Ein Wein, den man entweder liebt -oder der Liebsten überlässt. BT

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt


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