Nüchtern betrachtet

Die Noncarb-Nazis sollen mir den Bock aufblasen!

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass man sich dem Diktat der Natur nicht immer unterwerfen will, Anti-Falten-Creme auflegt, sich den Penis verkleinern lässt oder maschinengestrickte Pullover aus dem Körperhaar anderer Tiere trägt. Aber Erdbeeren im November müssen echt nicht sein. Eigentlich ist auch die Schmortomatensaucesaison schon vorbei, aber weil es am Markt noch einmal ein Aktionssackerl gab, schmorten wir Schmortomatensauce (Hugh Fearnley-Whittingstall, "Täglich vegetarisch", S. 366) und froren sie ein. Ich bin allerdings nicht der allergrößte Einfrierfan, weil das Tiefkühlfach bei uns hauptsächlich als eine Art Kryo-Grabmal fungiert, in das Fleischteile versenkt und vier Jahre später gefrierbrandig entborgen und entsorgt werden.

Der Schmerbst ist ein guter Anlass, die Kulinarik nachzujustieren. Als Schmerbst bezeichnet man jene Jahreszeit, die sich zwischen den echten Herbst, also den "Lass uns im Schanigarten Sturm trinken, bis uns die Kastanien erschlagen!"-Herbst,


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