Theater Kritiken

Eine jüdische Dichterin zwischen den Stühlen

Lexikon | MP | aus FALTER 45/16 vom 09.11.2016

Else Lasker-Schüler hatte es nicht leicht: Es war 1933, und sie war Jüdin. Die Nazis schlugen sie zusammen, sie floh und fand schließlich in Jerusalem eine neue, fremde Heimat. Wer sich mit der Biografie der Dichterin nicht auskennt, wird es wahrscheinlich schwer haben, sich in dem Monolog "Weltflucht" von Savyon Liebrecht zurechtzufinden. Dass sie privat und beruflich "zwischen den Stühlen" saß, verdeutlichen immerhin die im Bühnenraum verstreuten Sessel (Regie: Hagnot Elischka). In der Seelenruhe der schwärmerischen Wiedergabe durch Schauspielerin Dagmar Schwarz, sparsam begleitet vom Musiker Horst Hausleitner, wirkt der Abend wie ein avantgardistisches Gedicht. Was ja wieder ganz gut zu Frau Lasker-Schüler passt.

Brick-5, Mo-Mi 20.00


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