"Ich wollte einen Film ohne Drama und Action"

Der alternde Punkrocker Jim Jarmusch spricht über seinen neuen Film "Paterson", seine Liebe zu Pilzen und die Weigerung, sich "Star Wars" anzusehen

Feuilleton | INTERVIEW: JULIA PÜHRINGER | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Jim Jarmusch ist in echt genauso, wie man sich Jim Jarmusch vorgestellt hat: ewig jugendlich trotz oder wegen seiner immer schon weißen Wuschelfrisur, tiefe Stimme, nachdenkliche Antworten, staubtrockener Humor. Dieser Mann ruht in sich selbst. Alles andere wäre angesichts seines Œuvres auch erstaunlich. Mit wenig Lust auf Selbstbeschau erzählt er also vom Beobachten der Welt. Das Gespräch fand im Mai bei den Filmfestspielen von Cannes statt.

Falter: Herr Jarmusch, Sie haben einmal spaßhalber den Verein "Sons of Lee Marvin" gegründet, Mitglieder sind Leute, denen man nachsagt, dem Schauspieler ähnlich zu sehen. Ist Marvin, der Hund in Ihrem neuen Film, Mitglied?

Jim Jarmusch: Nein. Marvins tatsächlicher Name ist Nelly, sie hat also transgender gespielt und kann deshalb kein Sohn von Lee Marvin sein. Außerdem ist sie tragischerweise zwei Monate nach den Dreharbeiten verstorben.

Deshalb ist ihr der Film gewidmet?

Jarmusch: Ja. Die kleine Nelly hatte Krebs, keiner ahnte was. Als man


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