Nüchtern betrachtet

Das halbe Land besoffen und alle Fragen offen

Feuilleton | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Der 11.11. ist ein überdeterminiertes Datum, da gedenkt man einerseits des freigiebigen und asketischen heiligen Martin durch den Verzehr fetter Gänse, zugleich beginnt, weil Narren an Schnapszahlen eine große Freude haben, um 11.11 Uhr auch der Fasching. Halloween, das ja so eine Art finsterer Fasching ist, war heuer bekanntlich von den Umtrieben der Horrorclowns überschattet, und eine Woche später wurde The Most Scary of Scary Clowns auch gleich noch zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Wir sehen also vier Jahren Horrorfasching entgegen. 2016 wird als das Jahr der schrecklichen Spaßmacher in die Geschichte eingehen: Zuerst führte die andere durchgeknallte Blondine den Brexit herbei, ohne das gewollt, dann wird Donald Trump Präsident, ohne je wirklich damit gerechnet zu haben. Die bösen Clowns wollen ja nur spielen, Hauptsache, es geht möglichst viel kaputt dabei. Robert De Niro hat Trump vor der Wahl unter anderem als "Hund", "Schwein", "Idiot", "Trottel" und "Vollkoffer"


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