Gelesen Bücher, kurz besprochen

In der Abstiegsgesellschaft

Politik | B T | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Der deutsche Soziologe Oliver Nachtwey versucht in diesem Buch, die große Gegenwartserzählung vorzulegen: Was macht unsere Gesellschaft heute aus? Es geht ihm vor allem um Deutschland, aber viele Beobachtungen sind deswegen auf Österreich - und andere europäische Länder - problemlos übertragbar. Viel ist derzeit von der Überheblichkeit der Eliten die Rede, die nicht verstehen wollen, warum der "White Trash" rechte Populisten wählt. Nachtwey hält sich nicht mit Befindlichkeitsanalysen auf, sondern zerlegt klug und stringent die sozioökonomischen Zusammenhänge der "Abstiegsgesellschaft": Postdemokratie, neue Unterschicht, prekäre Arbeitsverhältnisse, stagnierender Kapitalismus, Selbstausbeutung und Neoliberalismus.

Oliver Nachtwey: Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne. Suhrkamp, 200 S., € 18,-


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