Dolm der Woche

Politik | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Die Weltentrücktheit erinnert an Marie Antoinette, jene französische Königin, der unterstellt wird, sie habe den hungernden Bauern geraten, wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen.

Wie einst in Frankreich nähert sich Innsbrucks konservative Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer einem Armutsthema mit ähnlich großer

Überheblichkeit. In Innsbruck dürfen Obdachlose nicht auf der Straße schlafen. An sich eine gute Sache, weil dort der Winter früh beginnt und spät endet. Allerdings zielt das Verbot darauf ab, die Armen aus der Innenstadt zu verbannen. Das Übernachtungsverbot gilt nur für das schicke Zentrum. Obdachlose, die trotzdem in der Innenstadt schlafen, drohen bis zu 2000 Euro Strafe. Das klingt ganz nach: Wenn die Armen kein Bett haben, sollen sie ins Hotel ziehen.


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