Musiktheater Kritik

Nachtschwarzes Schauerdrama in Doppelgestalt

HR | Lexikon | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Gedanken und Versatzstücke Sigmund Freuds über ein kinderlos liebendes Mordpaar oder die in Doppelgestalt mit Frack und Kleid bekleideten Hexen (immerhin eine Idee) ergeben noch keine Inszenierung: In der zweiten Hexen-Szene verwendet Regisseur Geyer kurzerhand ein schaurig sein sollendes "Jüngstes Gericht"-Video nach Hieronymus Bosch. Bertrand de Billy verlangt von den Sängern über weite Strecken durchaus Verdi-gerechtes Sotto voce - eine in den Tiefen und schrillen Höhen überforderte Lady und Schlachtross Roberto Frontali als Macbeth widersetzen sich dem manchmal. Das Orchester ist manchmal laut, hoffentlich deckt es Placido Domingo in der Zweitbesetzung nicht noch zu. Kitschig leidende Kinder und der schöne "Patria opressa"-Chor machen alles nicht besser.

Theater an der Wien, So 17.00, Di, Do 19.00


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