"Trump ist gut für Journalisten"

Was der unerwartete Wahlausgang für die Branche bedeutet, diskutiert man an Amerikas bester Journalistenschule

Politik | BESUCH: ANNA GOLDENBERG, NEW YORK | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Die Selbstkritik ließ nicht lange auf sich warten: "Journalisten hinterfragten die Umfragedaten nicht, wenn sie ihr Bauchgefühl bestätigten, dass Mr. Trump niemals in einer Million Jahren gewinnen könne", schrieb Jim Rutenberg in der New York Times, wenige Stunden nachdem Donald Trump am 8. November 2016 unerwartet zum Präsidenten gewählt worden war. "Sie porträtierten Trump-Unterstützer, die noch immer glaubten, dass er eine Chance habe, als wären sie ohne Realitätsbezug. Dabei war es andersherum."

Etwas lief falsch, sind sich Journalisten in den Vereinigten Staaten einig. Doch was war es? Und wie geht es weiter? Am Tag nach der Wahl ist der Aufenthaltsraum der bekannten Journalismusschule der Columbia University im Norden Manhattans gesteckt voll. Es ist ein spontanes Treffen. Fast die gesamte Fakultät ist da, darunter auch der Direktor, der zweifache Pulitzer-Preisträger Steve Coll. Der Journalismusnachwuchs ist verunsichert.

Was haben Journalisten falsch gemacht, will eine


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige