Theater Kritiken

Max Simonischek zum Paranoidwerden

Lexikon | MP | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Kafkas unvollendeter Text "Der Bau" ist die Ich-Erzählung eines tierischen Wesens, das sich mit großer Sorgfalt eine vermeintlich sichere Behausung gegraben hat. Anfangs selbstzufrieden und ganz verliebt ins traute Heim und den eigenen "Burgplatz", wird das Tier bald paranoid und hört Geräusche. Ohne viel Aufwand passt die Geschichte zu unserer Gegenwart wie die Faust aufs Auge. Der Schauspieler Max Simonischek legt das Ich virtuos irr an, erst manisch, dann panisch inmitten eines Bühnenbildes aus lauter Erde, die der Inszenierung auch eine Geruchsebene verleiht. Den Monolog hat er für das Zürcher Theater Neumarkt in Eigenregie erarbeitet; solange er in Wien "Pension Schöller" spielt, zeigt er hin und wieder auch seine solide Solokunst.

Burgtheater, Vestibül, So 20.00


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