Kolumne Außenpolitik

Trump bleibt eine akute Gefahr, trotz aller Beschwichtigungen

FRANZ KÖSSLER | Falter & Meinung | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Seit einer Woche ist ein Heer von Beschwichtigern unterwegs. Donald Trumps alarmierende Aussagen sollen entschärft, die entsetzten Verbündeten in Europa und Asien beruhigt werden. Die Aufkündigung von Klimaabkommen und Iran-Atomdeal, die Relativierung der europäischen Verteidigung - das sollen nur unbedachte Wahlkampfsprüche gewesen sein, keine ernstzunehmenden politischen Positionen, lautet die besänftigende Botschaft führender Republikaner. Als Präsident, umgeben von einem Stab von erfahrenen Beratern (alle aus der rechten Ecke der Republikaner), gebremst durch Realpolitik und die US-Verfassung, werde Trump ganz anders handeln. Kann man sich darauf verlassen?

Eine glaubwürdige Einschätzung der Gefahr, die Trump darstellt, ist zu diesem Zeitpunkt unmöglich. Er hat tatsächlich kein schlüssiges außenpolitisches Konzept, und er macht ein Prinzip daraus: "Wir kündigen immer alles schon im Voraus an", sagte er im Wahlkampf, "als Nation müssen wir unberechenbarer werden." Das

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