"Ich war ein Amerikaner"

Der US-Musiker Ian Fisher über Donald Trump, das Leben in der Wolkenfabrik, den entfesselten Kapitalismus und seine Liebe zu Wien

INTERVIEW: GERHARD STÖGER | Feuilleton | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Geplant war alles ganz anders. "Ich freue mich auf ein Gespräch darüber, wie Donald Trump als Präsident verhindert werden konnte", mailte Ian Fisher am Abend des 8. November. Für den Morgen nach der US-Wahl war seit geraumer Zeit schon ein Interview mit dem in Wien lebenden US-Musiker vereinbart, den es 2008 für sein Politikwissenschaftsstudium nach Wien verschlagen hatte.

Eigentlich sollte es dabei um Fishers Leben als musikalischer Weltenbummler und sein demnächst erscheinendes neues Album "Koffer" gehen, doch am Morgen danach wirkte der 29-Jährige wie paralysiert. "Ich kann gerade nicht über mich sprechen, meine Gedanken drehen sich nur um das Ergebnis der Wahl", sagte er. Entsprechend anders verlief das Gespräch.

Falter: Aus welcher Ecke der USA stammen Sie, Herr Fisher?

Ian Fisher: Ich bin in einer kleinen Stadt in Missouri auf einer Farm aufgewachsen. Meine Vorfahren emigrierten in den 1860ern aus Baden-Württemberg, weil sie sich vor dem Krieg fürchteten, das "C" ist dann

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