Raymond Pettibon (1)

M D | Politik | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Der US-Künstler Raymond Pettibon, Jahrgang 1957, ist ein Chronist des amerikanischen Albtraums, dem das Museum der Moderne Salzburg eine Ausstellung widmet. Seine künstlerischen Wurzeln reichen in die kalifornische Punkszene der späten 70er-Jahre zurück, er gestaltete Cover und Flyer für Bands wie Black Flag und Minutemen. Seit Mitte der 80er-Jahre wird er als bildender Künstler wahrgenommen. Er entwickelte einen eigenen Stil, der Motive aus Comics aufgreift, sie mit literarischen Zitaten ergänzt und einem expressiven Strich zusätzlich verfremdet.

Pettibon arbeitet mit wiederkehrenden Motiven, etwa dem Phallus, der Eisenbahn, der Bibel oder dem Surfer. Mittelalterlichen Fresken vergleichbar, montiert der Künstler mythische Figuren zu apokalyptischen Tableaus. Biedere 50er-Comics mutieren in Pettibons Interpretation zu Szenen sexueller Gewalt. In der Ausstellung "Homo Americanus" sind 500 Zeichnungen, dazu Plattenhüllen, Flyer, Fanzines und Filme zu sehen. Die Zeichnung auf dieser Seite stammt aus dem Jahr 2007.

"Homo Americanus": 19.11.2016 bis 12.2.2017 im Museum der Moderne Salzburg


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