Am Stammtisch

Beim Treffpunkt der jüdischen Emigranten in New York fürchtet man sich vor Donald Trump. Er erinnert an die eigene Verfolgung

Politik | BESUCH: ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Trump wird ein Diktator werden!", sagt Marion House. "Kann", bessert sie Trudy Jeremias aus. - "Okay, kann." Marion ist trotzdem beunruhigt. Es ist der 9. November 2016, halb sieben Uhr abends. Seit weniger als 24 Stunden steht fest, dass der nächste Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump heißen wird. Bis in die frühen Morgenstunden hat Marion im Fernsehen die Auszählung der Wahl mitverfolgt; gegen drei Uhr morgens trat Trump schließlich auf, verkündete, dass Hillary Clinton ihre Niederlage bekanntgegeben hatte. Schlafen konnte Marion danach nicht mehr. "Es erinnert mich zu sehr an das, was ich mit Hitler durchgemacht habe", sagt die 94-jährige gebürtige Berlinerin. "Die Drohungen gegen die Presse, die Verunschönung von Menschen, die anders sind als weiße Amerikaner." Marion entkam im Mai 1939 auf einem Kindertransport nach England, ihre Eltern wurden in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt, überlebten. Gemeinsam wanderten sie 1946 nach New York aus.

Der


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