Kommentar des Chefredakteurs

Was ist dran an dem Vorwurf des Schickeria-Journalismus?


VON FLORIAN KLENK
Falter & Meinung | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Ein schwerwiegender Vorwurf steht nach dieser amerikanischen Wahl wieder einmal im Raum -und nach der möglichen Wahl Hofers zum Bundespräsidenten wird er wiederholt werden: Wir Journalisten aus dem linksliberalen oder bürgerlichen Milieu reagierten zunehmend abgekoppelt von der sozialen Realität. Wir würden uns den Zu-und Missständen in der Gesellschaft verschließen, über die Ängste und Sorgen der Mitte der Bevölkerung nicht mehr berichten - und wenn, dann nur noch mit spöttischem Unterton. Es herrsche eine Art Schickeria-Journalismus, wenn man so will. Das ist die kleine Schwester der Lügenpresse.

Schon vor 14 Jahren kam der Salzburger Essayist Karl-Markus Gauß zu einem ähnlichen Befund. Er erhob den Vorwurf allerdings gegenüber erfolgreichen linken österreichischen Dokumentarfilmern (er nannte explizit Ulrich Seidl und Elizabeth T. Spira). Sie würden - anders als etwa die Regisseure der dänischen Dogma-Gruppe - Gesellschaftsreportagen doch nur dazu missbrauchen, die Österreicher

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