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Das Klima und das Mediendilemma

Medien | BETRACHTUNG: BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Es ist ein legendäres Cover des Nachrichtenmagazins Der Spiegel: Der Kölner Dom - Inbegriff des deutschen Monumentalbaus - ist bis übers Eingangsportal mit Wasser geflutet. Darunter die Schlagzeile: "Die Klima-Katastrophe". Das Cover stammt aus dem Jahr 1986.

Seither ist viel Wasser den Rhein heruntergeronnen. Laut dem "Global Risk Report 2016" sind Wasserkrisen, das Scheitern im Kampf gegen den Klimawandel und extreme Wetterereignisse die größten drei Probleme für die Menschheit. Alle drei haben unmittelbar mit dem Klimawandel zu tun, aber während Medien Seiten und Sendeminuten mit Themen wie Flüchtlingen und Terror füllen, bleibt das Klima ein mediales Orchideenthema.

"Das Problem ist einerseits, das Thema so aufzubereiten, dass man nicht in Alarmismus verfällt und die Leute abgestumpft werden. Andererseits muss man neue Bilder finden, damit man nicht immer das Gleiche erzählt", erklärte der renommierte Wissenschaftsjournalist Klaus Taschwer auf der Veranstaltung "Klima - Wandel - Kommunikation", die die Boku vor wenigen Wochen organisierte, um die Klimakommunikation in Österreich voranzutreiben.

Gerade jetzt, da in den USA ein Klimawandelleugner die Wahlen gewonnen hat und in Österreich jene Partei in Umfragen führt, die als Einzige gegen den historischen Klimavertrag von Paris stimmte, wäre eine Klima-Medienoffensive dringender denn je.

Ein Lichtblick: Die Jugend-Umweltplattform (Jump) hat Vorarbeit geleistet und 30 Jungjournalisten als "Klimareporter" nach Marrakesch entsandt, damit sie aktuell für Jugendliche über die UN-Klimakonferenz berichten (im Netz: http://klimareporter.in).


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