Stadtrand Urbanismus

Es weihnachtet zu sehr ...

Stadtleben | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Der Countdown läuft: In Wien wurden vergangene Woche die Weihnachtsmärkte eröffnet. Satte 973 Standln auf die ganze Stadt verteilt. Da gibt es kaum ein Entkommen. Die Festbeleuchtung hängt auch schon seit Ende Oktober. Selbst die kleinsten Einkaufsgassen werden mittlerweile weihnachtlich bestrahlt. Den einen mag dies zur Einstimmung auf das Fest der Feste dienen. Anderen hingegen schlägt diese Allgegenwart auf die Stimmung. Und man muss gar kein Konsumrauschverweigerer sein, um den Überschwang, mit dem hierzulande die Vorweihnachtszeit begangen wird, als bedrückend wahrzunehmen. Denn das Fest, wie es bei uns zelebriert wird, trennt die, die haben, von denen, die nicht haben - sei das nun Geld, Familie oder Freunde.

Es gibt kaum eine andere Gelegenheit, bei der Alleinstehenden, Einsamen und Armen ihr Schicksal brutaler vor den Latz geknallt wird als in diesen Wochen vor Weihnachten, in denen permanent kollektives Glücklichsein beschworen wird. Blickt man hingegen etwa nach Paris, wo man dieser Zeit mit laizistischer Zurückhaltung begegnet, merkt man, dass weniger an dieser Stelle eindeutig mehr ist.


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