Theater Kritiken

Verdammt, die Nazis kommen!


MP
Lexikon | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Eine reiche Familie demontiert sich selbst, der Aufstieg der Nazis ist schuld. Der tattrige Opa (Heribert Sasse) stirbt als erstes von vielen Familienmitgliedern, der schwule Enkel (Alexander Absenger) erbt und setzt den Geliebten (André Pohl) seiner Mutter (Andrea Jonasson) als Direktor ein - was anderen Familienmitgliedern sauer aufstößt. "Die Verdammten" von Ulf Stengl nach dem 50 Jahre alten Luchino-Visconti-Film ist, wenn nicht gerade punktuell Sadismus oder sexueller Ungestüm zelebriert werden, eine ziemlich trockene Angelegenheit. Elmar Goerden hat inszeniert, der Autor der Fassung hat auch am abstrakten Bühnenbild mitgebaut (!). Positiv aus dem angestrengten Familienfoto ragt Meo Wulf hervor. Sein an Ideologie und väterlicher Verachtung verzweifelndes Cellogenie Günther schafft aus jugendlicher Raunzigkeit wahre Dramatik.

Theater in der Josefstadt, Mi, Do 19.30


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