Künste Tipp

Käpt'n Dietmar Steiner blickt zurück

Lexikon | MD | aus FALTER 46/16 vom 16.11.2016

Als im Jahr 1969 der Flugkörper Apollo 11 auf dem Mond landete, gerieten die Architekten und Architektinnen ins Schwärmen. Die Last von Stein und Beton löst sich in der Schwerelosigkeit des Alls auf. Die jungen Baukünstler wollten schweben und Mauern niederreißen. Dietmar Steiner, Jahrgang 1951, gehört zur Generation Apollo 11 und blickt nun, anlässlich seines Abschieds als Direktor des Architekturzentrums Wien (Az W), auf das vergangene Jahrhundert zurück.

Parallel zur Ausstellung "Am Ende: Architektur. Zeitreisen 1959-2019" wird der 20. Wiener Architekturkongress Themen der neueren Baugeschichte behandeln. Neben den utopischen Entwürfen der 1960er-Jahre sind das die Aufwertung regionaler Besonderheiten in den 1970ern und der Siegeszug der Stararchitektur in den 1990ern. Die postmoderne Wende der 1980er-Jahre kommt in Person von Rob Krier zu Wort, dessen Mitarbeiter Steiner war. Krier plante die südenglische Kleinstadt Poundbury, die aufgrund ihrer historischen Bautypen und des demonstrativen Konservativismus vielen Kritikern ein Dorn im Auge ist.

Auf dem Kongress versammeln sich wichtige Wegbegleiter Steiners, etwa Jacques Herzog vom Büro Herzog & de Meuron, dessen Elbphilharmonie in Hamburger eben fertiggestellt wurde. Der Eröffnungsabend gibt einen Rückblick auf die Architekturgeschichte nach 1950 und einen Ausblick darauf, was Architektur in Zukunft zu leisten vermag. Die Panels der darauffolgenden Tage sind nach Dekaden strukturiert und diskutieren entlang der in "Am Ende: Architektur" präsentierten Kapitel die Einflüsse der Vergangenheit auf die Architektur. Mit dabei auch einige Lieblinge Steiners, die Franzosen Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal und die deutsche Lehmarchitektin Anna Heringer.

Architekturzentru Wien, Fr 18.00, Sa, So 10.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige