"Bald werden wir sogar fürs Dasein bezahlen"

US-Autor Ayad Akhtar über das Erfolgsstück "Geächtet". Um seine muslimische Identität zu erforschen, musste er Kafka aufgeben


Interview: Martin Pesl
Feuilleton | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

Der brisanteste zeitgenössische Dramatiker der Vereinigten Staaten ist zurzeit wohl Ayad Akhtar, 46. In den Stücken des Muslims mit pakistanischen Wurzeln geht es um Rassismus und Patriotismus, Reichtum und Armut -hauptsächlich aus der Sicht der vermeintlich liberalen Elite. Akhtar beschreibt amerikanische Muslime, die weder als Terroristen noch als Opfer dargestellt werden, sondern das kapitalistische System ebenso mittragen wie die Weißen. Damit trifft er einen Nerv der Zeit.

2013 gewann der ausgebildete Schauspieler den Pulitzer-Preis für sein erstes Drama "Disgraced". Darin gesteht ein muslimisch-amerikanischer Anwalt beim Abendessen mit Freunden, die Ereignisse vom 11. September 2001 doch etwas anders wahrgenommen zu haben, als das zum guten Ton gehört.

Die deutsche Übersetzung "Geächtet" läuft mit großem Erfolg an Staatsund Privattheatern im deutschsprachigen Raum. Zur österreichischen Erstaufführung am Burgtheater reist Ayad Akhtar persönlich an. Obwohl kein Freund von

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