Weiße Hände und ein Herz aus Gold

Der Künstler Edmund de Waal verarbeitet in einer Schau das Trauma seiner aus Wien vertriebenen Familie

Begegnung: Nicole Scheyerer | Feuilleton | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

Man muss es einfach sagen: Edmund de Waal ist eine Seele von Mensch. Schon als der Keramikkünstler und Autor bei einem Vortrag vor zwei Jahren im Kunsthistorischen Museum über die Entstehung seiner 2010 veröffentlichten Familienmemoiren "Der Hase mit den Bernsteinaugen" sprach, rührte er die Zuhörer zu Tränen.

Beim kurzfristig angesetzten Interview mit dem Falter ist der zum internationalen Star avancierte Nachfahre jüdischer Wiener Bankiers so liebenswürdig, als wäre es das x-te Treffen. Da im Museum gerade kein Besprechungsraum frei ist, nimmt er einfach auf einem Bankerl neben dem Haupteingang Platz und widmet sich abseits vom Trubel des Ausstellungsaufbaus den Fragen.

Am Vortag präsentierte de Waal im Palais Ephrussi, das bis 1938 im Besitz seiner Urgroßeltern war, seine neue Publikation "Die weiße Straße". Für diese Geschichte des Porzellans hätte er schon etliche tadelnde Zuschriften erhalten. "Bisher haben ja bloß Kunsthistoriker und Auktionsexperten über Porzellan

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