Tanz Kritik

Eine zauberhaft kitschfreie Ball(ett)nacht

Lexikon | MP | aus FALTER 47/16 vom 23.11.2016

Das Märchen vom Aschenputtel, das der Prinz nach einer zauberhaften Ballnacht aufgrund ihres zurückgelassenen Tanzschuhs identifiziert, zeigt das Wiener Staatsballett in einer neuen Choreografie von Thierry Malandain. "Cendrillon", so heißt das Stiefkind auf Französisch, tanzt in der Gestalt von Mila Schmidt so heiter und optimistisch durch den modern eleganten Schuhsalon, wie die Musik von Sergej Prokofjew es vorgibt. Die (h)exzentrische Stiefmutter (László Benedek) und ihre Töchter wollen ihr das Glück verleiden, aber eine gute Fee und ihre Elfenschar verrichten unbeirrt ihren Liebesdienst. Das klingt klebrig-zuckersüß, ist aber geradezu bodenständig kitschfrei und kurzweilig umgesetzt. Nur ein seltsamer Versuch, mit Burka-Anspielungen politisch zu werden, sticht ins Leere.

Volksoper, So 19.00


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